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Globales Lernen

Kurzbeschreibung
Lernprozesse, die auf ein verantwortliches Leben in einer humanen, globalisierten Welt zielen
Ausführliche Beschreibung

Globales Lernen stellt die weltgesellschaftliche Perspektive in Zeiten der Globalisierung in den Mittelpunkt. Zentral ist die Frage, wie die Menschen aller Länder als Weltbürgerinnen und -bürger verantwortlich leben können. Dies schließt Werte wie Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, nachhaltige Entwicklung, Frieden und kulturelle Vielfalt ein. Es wird davon ausgegangen, dass lokales und globales Handeln in Zusammenhang steht und notwendige lokale Veränderungen durch Globales Lernen befördert werden können. Dazu gehören zum Beispiel folgende Fragen: Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir in einer globalisierten Welt? Was können wir bei unserem täglichen Konsum verändern? Wie begegnen wir anderen Menschen? Besonders die Beziehungen zwischen Ländern des globalen Südens und den Industrieländern werden thematisiert. Dabei wird das traditionelle Konzept der Entwicklungszusammenarbeit, in der die Entwicklungsländer von den Industrieländern lernen oder den gleichen Weg einschlagen sollten, aufgegeben und das Streben nach globaler Gerechtigkeit in den Vordergrund gestellt. (1)

Globales Lernen soll Menschen in die Lage versetzen, mit den Auswirkungen der Globalisierung umzugehen, etwa einem höheren Maß an Komplexität, Unsicherheit und Nichtwissen. Die vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten sollen dazu beitragen, die erforderlichen Schritte auf dem Weg zu einer humanen globalen Entwicklung zu gehen und nicht nur das Überleben, sondern auch das gute Leben auf der Erde in der Einen Welt zu ermöglichen. (2)

Die Konzepte des Globales Lernens und der Umweltbildung sind im Hinblick auf die Ziele und die Wertebasis der Bildung für nachhaltige Entwicklung ähnlich, setzen aber etwas andere Schwerpunkte.

Umweltbildung verfolgt das Ziel, jungen Menschen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, um mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen verantwortungsbewusst umzugehen und die Gesellschaft im Hinblick auf die Lösung von Umweltproblemen mitzugestalten. Allerdings orientiert sich Umweltbildung zunehmend am Leitbild nachhaltiger Entwicklung, das sich nicht nur auf Ökologie, Umwelt oder Natur bezieht, sondern weitere Dimensionen integriert, zum Beispiel Soziales und Ökonomie, oft auch auf Politik/Partizipation und Kultur, sodass neben dem Engagement für Klima- und Umweltschutz auch das aktive Handeln für eine gerechtere Welt und zukunftsorientiertes Wirtschaften angestrebt wird. (3)

Quellen:

(1) Bundesverband Deutscher Stiftungen (Hrsg.): StiftungsReport. Entwicklungszusammenarbeit: Wie Stiftungen weltweit wirken. Berlin 2017.

(2) Annette Scheunpflug/Nikolaus Schröck: Globales Lernen. Einführung in eine pädagogische Konzeption zur entwicklungsbezogenen Bildung. Stuttgart 2000, S. 9.

(3) Das Greenpeace Bildungsprojekt: Greenpeace macht Schule, URL: https://www.greenpeace.de/themen/mitmachen/umweltbildung (Zugriff: 10.4.2018).

Zuletzt bearbeitet: 18. Juni 2018