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Engagementförderung

Verwandte Begriffe
Ehrenamt
Förderung von bürgerschaftlichem Engagement
Förderung von Bürgerengagement
Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement
Förderung von freiwilligem Engagement
Kurzbeschreibung
Förderung von gemeinwohlorientierten Tätigkeiten, die Bürgerinnen und Bürger freiwillig und unentgeltlich erbringen
Ausführliche Beschreibung

Bürgerschaftliches Engagement umfasst Tätigkeiten, die Bürgerinnen und Bürger jeglichen Alters freiwillig und ohne unmittelbare Gegenleistung erbringen und damit die Solidarität und den Gemeinsinn in der Gesellschaft fördern. Die Aktivitäten zielen darauf, bestimmte Bereiche der Gesellschaft oder die Lebenslagen einzelner Personen zu verbessern, aber auch allgemein die Lebensgrundlagen der Menschen zu schützen. Bürgerschaftliches Engagement hat verschiedene Erscheinungsformen, zum Beispiel das klassische, gemeinnützige Ehrenamt (wie Kassenwart oder Schriftführende) in einer Organisation oder einem Verband, kurzzeitiges ungebundenes Engagement in einer Initiative und bestimmte Formen der Selbsthilfe. (1) Die meisten Bürgerinnen und Bürger werden auf der lokalen Ebene aktiv.

Engagement und Ehrenamt findet in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und mit unterschiedlichen Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern statt, zum Beispiel:  

  • Jugendliche übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und entwickeln kreative Engagementformen, oft unter Nutzung sozialer Medien,
  • ältere Bürgerinnen und Bürger engagieren sich nach der Familien- oder Erwerbsphase für das Gemeinwohl,
  • innerhalb der Schule findet im Rahmen der Unterrichts- und Lernkultur Engagementförderung statt, oder Schule öffnet sich zum lokalen Gemeinwesen bzw. zur Gesellschaft,
  • Bürgerinnen und Bürger engagieren sich mit und für Migrantinnen und Migranten für eine vielfältige Gesellschaft, Toleranz und Demokratie,
  • zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen setzen sich für die Aufnahme und Integration von Geflüchteten ein,
  • bürgerschaftlich Engagierte unterstützen mit ihrer Arbeit die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen und eine inklusive Gesellschaft,
  • engagierte Menschen fördern eine lebendige Kulturlandschaft durch die Unterstützung von Projekten freischaffender Künstlerinnen und Künstler,
  • zivilgesellschaftliche Initiativen und Aktionen setzen sich für den Schutz der Umwelt und der Natur sowie einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen ein. (2)

In Demokratien spielt bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt eine wichtige Rolle, da die Bürgerinnen und Bürger für ein bestimmtes Anliegen gemeinsam oder alleine eintreten und somit die Gesellschaft in vielen Lebensbereichen aktiv mitgestalten. Eine starke, engagierte Zivilgesellschaft stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie.

Deshalb ist die Förderung des freiwilligen, bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamts auf verschiedenen Ebenen wichtig:

  • Auf lokaler Ebene weisen zum Beispiel Freiwilligenagenturen, Seniorenbüros oder Selbsthilfekontaktstellen den Weg zu geeigneten Unterstützungsstrukturen.
  • Die Bundesländer fördern bürgerschaftliches Engagement ideell und materiell.
  • Auf Bundesebene gibt es politische Strukturen, staatliche Programme und Strategien, die freiwilliges bürgerschaftliches Engagement im Allgemeinen und engagierte Gruppen im Speziellen unterstützen und fördern. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist in der Bundesregierung federführend für Bürgerschaftliches Engagement zuständig und hat die Aufgabe, die Strukturen und Rahmenbedingungen für Engagement zu stärken, möglichst in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft.
  • Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) ist ein Zusammenschluss von Akteuren aus Bürgergesellschaft, Staat und Wirtschaft. Übergeordnetes Ziel ist es, die Bürgergesellschaft und bürgerschaftliches Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen nachhaltig zu fördern.
  • Akteure aus Wirtschaft (Unternehmen) und Zivilgesellschaft (zum Beispiel Stiftungen) entdecken verstärkt gesellschaftliches Engagement für sich und fördern nicht nur das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, sondern sie engagieren sich auch selbst bürgerschaftlich bzw. können wichtige Partner für gemeinnütziges Engagement sein. (2)
  • Immer wichtiger werden Bürgerstiftungen, in denen sich Bürgerinnen und Bürger selbst in unabhängigen gemeinnützigen Stiftungen organisieren. Bürgerstiftungen setzen sich fördernd und operativ für das lokale Gemeinwohl ein und unterstützen auf vielfältige Weise bürgerschaftliches Engagement. (3)  

Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt bedarf geeigneter Strukturen und Rahmenbedingungen, aber auch konkreter Hilfestellung, Vernetzungsmöglichkeiten sowie Information und Beratung. Bei der Suche geeigneter Angebote können Online-Plattformen hilfreich sein. (4)

Dieser Begriff beschreibt eines der Handlungsfelder der Teilhaber im Netzwerk Stiftungen und Bildung (siehe Nettie-Finder).

Quellen:

(1) Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg: Was ist Engagement?, URL: http://www.buergerengagement.de/engagiertes_land/engagementlandschaft/was_ist_engagement/__Was-ist-Engagement-.html (Zugriff: 8.4.2018).

(2) Wegweiser Bürgergesellschaft, URL: https://www.buergergesellschaft.de/mitgestalten/ (Zugriff: 8.4.2018).

(3) Bürgerstiftungen Deutschlands, URL: https://www.buergerstiftungen.org/de/aktuelles/archiv/jubilaeum-100-jahre-buergerstiftungen-weltweit/buergerstiftungen-in-deutschland.html (Zugriff: 29.4.2018).

(4) startsocial. hilfe für helfer. Engagement und Ehrenamt, URL: https://startsocial.de/wissen/engagement-und-ehrenamt (Zugriff: 8.4.2018).

Zuletzt bearbeitet: 18. Juni 2018