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Frühkindliche Bildung

Kurzbeschreibung
Förderung der geistigen, moralischen, kulturellen und körperlichen Entwicklung von Kindern von der Geburt bis ins Vorschulalter
Ausführliche Beschreibung

Der Bereich der frühkindlichen Bildung umfasst die Förderung der geistigen, moralischen, kulturellen und körperlichen Entwicklung von Kindern und hat drei Aufgaben zu erfüllen: Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder in den ersten sechs Lebensjahren. Alle späteren Bildungsprozesse wurzeln in den Bildungserfahrungen der frühen Kindheit. (1)

Die Qualität der Lernprozesse in der frühen Bildung ist maßgeblich für die Entwicklung eines Menschen und seine weitere Bildungsbiografie. Neben der Familie und Gleichaltrigen spielen bei der frühkindlichen Bildung außerfamiliäre Institutionen eine zentrale Rolle, insbesondere die Kita.

Für gelingende Lernprozesse in der frühkindlichen Bildung können bestimmte Prinzipien für pädagogisches Handeln formuliert werden. Kinder lernen demnach effektiver, wenn

  • sie Erfahrungen machen können, die ihre Sinne in vielfältiger und komplexer Weise ansprechen,
  • soziale Interaktionen eingeschlossen sind, etwa bei theaterpädagogischen Lernformen,
  • ihre Interessen und Ideen von den Erzieherinnen und Erziehern gewürdigt und einbezogen werden und das Gelernte als persönlich bedeutsam eingestuft wird,
  • sie ihr vorhandenes Vorwissen oder Können mit neuen Erfahrungen verknüpfen können,
  • begleitende positive Emotionen die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen verstärken, beispielsweise durch Kuscheln beim Vorlesen,
  • beim Lernen ein Verständnis des Ganzen vermittelt wird, damit die einzelnen Details miteinander verbunden werden können,
  • klar strukturierte, rhythmisierte oder bewusst gestaltete Lernumgebungen die Aufmerksamkeit vertiefen,
  • genügend Zeit und Raum gegeben wird, um das eigene Lernen bewusst reflektieren zu können, beispielsweise über Portfolioarbeit oder Feedbackkultur,
  • verschiedene Wege zugelassen werden, damit vielfältige Verknüpfungen zwischen unterschiedlichen Informationen, bereits Gelerntem und neuen Erfahrungen entstehen,
  • die individuellen Unterschiede hinsichtlich der Entwicklung, der Kenntnisse, Fertigkeiten und Bedürfnisse berücksichtigt werden, da Lernen ein individueller, entwicklungsabhängiger Prozess ist (beispielsweise durch individuelle Förderpläne),
  • eine unterstützende, motivierende, wertschätzende Umgebung gegeben ist, die zugleich (bewältigbare) Herausforderungen birgt, um die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln zu können,
  • sich die Kinder sicher fühlen und einen guten Kontakt zu den pädagogischen Fachkräften haben, die ihr Lernen unterstützen und aktivieren. (2)

Frühkindliche Betreuung, Erziehung und Bildung soll sich in der Bundesrepublik Deutschland an den Entwicklungsbedürfnissen der Kinder orientieren bzw. das Kind als einzigartige Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellen. Erklärtes Ziel ist es deshalb, alle Handlungen und Entscheidungen, Ressourcen und Strukturen konsequent an den kindlichen Rechten, Möglichkeiten und Ansprüchen, an seinen Bildungsprozessen, seiner Gesundheit und seinen Interessen zu orientieren. (3)

Dieser Begriff beschreibt einen der Bildungsabschnitte, in denen Teilhaber im Netzwerk Stiftungen und Bildung aktiv sind (siehe Nettie-Finder).

Quellen:

(1) Werner Stangl: Frühkindliche Bildung, Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik, URL: http://lexikon.stangl.eu/18461/fruehkindliche-bildung/ (Zugriff: 25.3.2018).

(2) Axel Bernd Kunze: Wie lernen Kinder? Frühkindliche Bildung im Licht neuropsychologischer Forschung. Das Kita-Handbuch. Hrsg. v. Martin R. Textor/Antje Bostelmann, URL: https://www.kindergartenpaedagogik.de/2364.html (Zugriff: 25.3.2018).

(3) Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (Hrsg.): Zwölfter Kinder- und Jugendbericht. Stellungnahme der Bundesregierung. Bericht über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. Berlin 2006, S. 9.

 

Zuletzt bearbeitet: 07. Mai 2018