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Bildungsmonitoring

Kurzbeschreibung
Systematische, kontinuierliche und datengestützte Beobachtung und Analyse des Bildungssystems und einzelner Bildungsbereiche
Ausführliche Beschreibung

Bildungsmonitoring bezeichnet die systematische, kontinuierliche und datengestützte Beobachtung und Analyse des Bildungssystems und einzelner Bildungsbereiche mit wissenschaftlichen Verfahren.

In Deutschland ist der Nationale Bildungsbericht auf Bundesebene das zentrale Instrument des Bildungsmonitorings. Hier wird regelmäßig eine umfassende empirische Bestandsaufnahme des Bildungswesens erstellt. Untersucht werden individuelle Prozesse des Bildungserwerbs, institutionelle Bildungssettings, aber auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Bildung. Die datenbasierten Ergebnisse sollen dazu beitragen, bildungspolitische Entscheidungen und die Qualitätsentwicklung von Bildungseinrichtungen auf einer fundierten Datenbasis zu verbessern. (1)

Da Bildung in den Kommunen stattfindet, braucht es über das nationale Bildungsmonitoring hinaus eine datenbasierte Bestandsaufnahme der jeweiligen Bildungssituation vor Ort und ein geeignetes Instrument zur Steuerung und Koordination der vielfältigen lokalen Bildungsprozesse und Bildungsakteure. Deshalb wurde im Rahmen des Bundesförderprogramms Lernen vor Ort, einer gemeinsamen Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und deutscher Stiftungen, ein Kommunales Bildungsmonitoring in 40 teilnehmenden Kommunen entwickelt und etabliert. So wurde die Grundlage für ein kohärentes Bildungsmanagement und eine evidenzbasierte Bildungspolitik vor Ort geschaffen, um im Rahmen lokaler Bildungslandschaften ein lebenslanges, aufeinander abgestimmtes Lernen und erfolgreiche Bildungsbiografien für alle Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. (2)

Die standortspezifische Analyse der vorhandenen Daten macht die Wirkungen der vielfältigen Bildungs- und Beratungsangebote in allen Bereichen der Bildung transparent und zugleich spezifischen Handlungsbedarf deutlich. Auf dieser Basis kann eine Qualitätsentwicklung erfolgen, die auf die Situation der jeweiligen Kommune zugeschnitten ist. Das BMBF stellt ein IT-basiertes Instrumentarium für Bildungsmonitoring zur Verfügung, während die Kommunen den Prozess der Berichterstattung und des Monitorings eigenverantwortlich steuern. Im Rahmen der BMBF-geförderten Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement erhalten Kommunen Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts kommunalen Bildungsmanagements und einer lokalen Strategie des Monitorings. Die Transferagenturen beraten und unterstützen, sie bieten Bedarfsanalysen und Qualifizierungsangebote an. (3, 4)

Quellen:

(1) Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF): Bildungsmonitoring, URL: https://www.dipf.de/de/forschung/forschungsthemen/bildungsmonitoring (Zugriff: 3.5.2018).

(2) Sabine Süß/Stiftungsverbund Lernen vor Ort (Hrsg.): Bildung ist Gemeinschaftsaufgabe. Stiftungen und ihr Beitrag zu einem kommunalen Bildungsmanagement. Berlin 2015.

(3) Bundesministerium für Bildung und Forschung: Aktionsfeld Kommunales Bildungsmonitoring, URL: http://www.lernen-vor-ort.info/de/271.php (Zugriff: 3.5.2018).

(4) Bundesministerium für Bildung und Forschung/Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement: Gemeinsam kommunale Bildungslandschaften gestalten, http://www.transferinitiative.de/ (Zugriff: 3.5.2018).

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Zuletzt bearbeitet: 18. Juni 2018