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Schulische Bildung

Verwandte Begriffe
Schulbildung
Kurzbeschreibung
Bildung, die an Schulen erworben wird, deren Auftrag das Lehren und Lernen ist
Ausführliche Beschreibung

Schulbildung oder schulische Bildung wird an der gesellschaftlichen Institution Schule erworben, deren Bildungsauftrag das Lehren und Lernen ist. Sie soll die Entwicklung der Heranwachsenden zu mündigen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten unterstützen und den Erziehungsauftrag der Eltern ergänzen. Schulische Bildung umfasst die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten, aber auch Wertevermittlung durch Lehrkräfte an Schülerinnen und Schüler.

Die klassischen Schulfunktionen sind

  • Qualifikation: Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen, die die Heranwachsenden zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben befähigen (Vorbereitung auf spätere Anforderungen in Beruf, Privatleben und Gesellschaft),
  • Sozialisation: Vermittlung gesellschaftlicher Grundwerte zur Sicherung der Loyalität und gesellschaftlichen Integration
  • Selektion: Sortierung der Schülerinnen und Schüler nach ihrer Leistungsfähigkeit im Hinblick auf verschiedene Schullaufbahnen und Lebenschancen, die den Zugang zu beruflichen Positionen, sozialem Prestige bzw. einer sozialen Position und materiellem Erfolg steuert; Steuerungsmittel sind vor allem Zensuren und Abschlüsse. (1)

Im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland steht das Bildungswesen – und damit auch das Schulsystem – unter der Kulturhoheit der Bundesländer. Der gesellschaftliche Auftrag der Schule und der schulischen Bildung ist in den Schulgesetzen der jeweiligen Bundesländer festgehalten. Schulische Bildung wird im deutschen Bildungswesen im Primarbereich (Grundschule) und im Sekundarbereich (allgemeinbildende Schulen und berufliche Schulen) vermittelt.

Als eines der obersten Ziele schulischer Bildung betont die Kultusministerkonferenz (KMK), „junge Menschen zu befähigen, sich in der modernen Gesellschaft zu orientieren und politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen und Probleme kompetent zu beurteilen. Dabei sollen sie ermuntert werden, für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Gerechtigkeit, wirtschaftliche Sicherheit und Frieden einzutreten. Diesem übergeordneten Ziel sind grundsätzlich alle Unterrichtsfächer verpflichtet, insbesondere aber die des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs.“ (2)

Die Realisierung von Chancengleichheit im deutschen Schulsystem gehört zu den zentralen Zielen der Bildungspolitik. Vor diesem Hintergrund wird zum Beispiel kritisiert, dass das gegliederte Schulsystem im jetzigen Zuschnitt soziale Ungleichheiten zementiert und die Selektion von Schülerinnen und Schülern in mehrere Schularten zu einem viel zu frühen Zeitpunkt ihre Bildungs- und Berufschancen entscheidend vorprägt. Faktisch würden dadurch Benachteiligungen der sozialen Schichtlage reproduziert, weil die Selektion weniger von den persönlichen Begabungen der Schülerinnen und Schüler abhängig ist, sondern vielmehr vom sozioökonomischen Hintergrund, insbesondere vom Elternhaus der Kinder. Die ungleichen Bildungschancen in Deutschland aufgrund der sozialen Herkunft werden von zahlreichen Studien bestätigt, insbesondere von den internationalen Schulleistungsuntersuchungen PISA der OECD seit dem Jahr 2000. Auch wenn die Chancengerechtigkeit in der Bildung in den letzten Jahren Fortschritte gemacht hat, haben sozial benachteiligte Kinder nach wie vor schlechtere Chancen im Schulsystem. (3)

Dieser Begriff beschreibt einen der Bildungsabschnitte, in denen Teilhaber im Netzwerk Stiftungen und Bildung aktiv sind (siehe Nettie-Finder).

Quellen:

(1) Helmut Fend: Theorie der Schule. München/Wien/Baltimore 1980; Dieter Hintz: Funktionen der Schule. In: Dieter Hintz/Karl Gerhard Pöppel/Jürgen Rekus (Hrsg.): Neues schulpädagogisches Wörterbuch. Weinheim/München 1993, S. 118-123.

(2) Kultusministerkonferenz (KMK): Demokratieerziehung, URL: https://www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/weitere-unterrichtsinhalte/demokratieerziehung.html (Zugriff: 25.3.2018).

(3) Bertelsmann Stiftung/Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Technischen Universität Dortmund/Friedrich-Schiller-Universität Jena (Hrsg.): Chancenspiegel 2017, URL: https://www.chancen-spiegel.de/chancenspiegel/ (Zugriff: 25.3.2018).

Zuletzt bearbeitet: 18. Juni 2018