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Stiftungsnetzwerk Bildung in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Hier finden Sie Rückblicke auf die jüngsten Sitzungen des länderübergreifenden Stiftungsnetzwerkes Bildung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zu einem Überblick über weitere aktive und in Planung befindliche Stiftungsnetzwerke Bildung auf Länderebene gelangen Sie hier.

Die 6. Sitzung fand am 08. April 2022 in Erfurt im Augustinerkloster statt. Lesen Sie unten den Kurzbericht. Die nächste Sitzung wird im Herbst 2022 durchgeführt.

6. Sitzung am 8. April 2022 in Erfurt

Am 8. April 2022 knüpften die Teilhaberinnen und Teilhaber des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nach fast zwei Jahren an die vorherigen Sitzungen an, um neben dem kollegialen Fachaustausch mit der Politik, der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam über die „Perspektive: Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Wie kann der Dialog zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft dazu geführt werden und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?“ in den Räumen des Evangelischen Augustinerklosters auf Einladung der BürgerStiftung Erfurt nachzudenken.

Die Projekte

22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich in persönlicher Begegnung ausführlich mit den Herausforderungen und den durch den Krieg in der Ukraine und seine Folgen veränderten Bedingungen ihrer Arbeit auseinander. Dabei wurde deutlich, dass die bereits 2015/2016 geschaffenen Strukturen sehr hilfreich sind, um neben der humanitären Hilfe auch Unterstützungsangebote für das Einleben der Geflüchteten und die dauerhafte Integration anzubieten.

Vertieft wurde drei Projekte ausgewählt, mit denen sich die Beteiligten ausführlich befassten: BürgerStiftung Erfurt mit dem „Spendenparlament“ der Bürgerschaft, Stiftung „Ecken wecken“ aus Leipzig zu der von ihr entwickelten „Wir im Quartier. Wirkungsmodellierung – Chance für Bildungsakteure?“ und Spieleentwickler Ronald Hild zu einem demokratiefördernden Lernspiel „Unsere Gesellschaft“. Bei den Präsentationen der Projekte findet ein kollegialer Austausch zu Vorhaben, Ideen und Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag statt.

Schwerpunktthema: Perspektive: Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Die fünfte Sitzung des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen widmete sich einem drängenden gesamtgesellschaftlichen Thema, der „Perspektive: Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Wie kann der Dialog zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft dazu geführt werden und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?“. Dazu hatten sich Ingo Wachtmeister, Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Stadtentwicklung der Stadt Eisenach für die Perspektive der Politik, Ines Hartung, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft AWG „Eisenach“ eG für die Wirtschaft und Dr. Elke Witt, Referentin der Abteilung Wissenschaft – Politik – Gesellschaft der Nationalen Akademie der Wissenschaften – Leopoldina für die Wissenschaft zusammengefunden, um gemeinsam mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren und Akteurinnen den Weg zu einer Stärkung demokratischer Prozesse vor Ort und einem sozialen und wertebasierten Zusammenhalt zu diskutieren. Ingo Wachtmeister fasste zusammen: „Eisenach auf dem Weg zur nachhaltigen Kommune will die Zukunft gemeinsam mit der Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und der Bürgerschaft gestalten. Eines ist ganz klar: Nur zusammen werden wir das schaffen.“ Dabei spielen Prozesse und Strukturen, die regelmäßigen Austausch zwischen den Beteiligten ermöglichen, eine ebenso große Rolle wie das Festlegen gemeinsamer Ziele mit der Bürgerschaft. Für Ines Hartung ist die Zusammenarbeit vor Ort und die soziale Verantwortung Kern des Genossenschaftsgedankens. Die Stärkung der Nachbarschaft kann nur in einer Verantwortungsgemeinschaft aller Akteure gelingen. Dabei ist die wissenschaftliche Beratung von Politik und Gesellschaft wichtig für die Festlegung des Handlungsbedarfs, wie Dr. Elke Witt feststellte. Will man die Bürgerschaft als gleichberechtigte Partner einbinden, dann muss man auch auf ihre Rahmenbedingungen achten. Alle Beteiligten sind sich einig, dass die partizipative Demokratie, der Dialog aller vor Ort, sich am besten über gemeinsame Ziele umsetzen und so der gewünschte Zusammenhalt erlangen lässt.

Anschließend wurde in Gruppenarbeit eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation erarbeitet, berücksichtigend, was bereits gut funktioniert, aber auch, was fehlt oder mangelhaft bewertet wurde. In einem zweiten Schritt wurde ein Wunschszenario mit Zielen erarbeitet. In der Zusammenführung definierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erste Maßnahmen, Instrumente und Vorgehensweisen, die vom Ist-Zustand zu den Zielen führt.

Anknüpfend an dieses Tableau an Ergebnissen vereinbarte die Runde, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft in der nächsten Sitzung deren Perspektive auf die Ergebnisse und ihre Einschätzung der Dialogbedingungen und der Erfolgsfaktoren zwischen den Akteursgruppen zu diskutieren.

5. Sitzung am 1. September 2020 in Halle

Am 1. September 2020 diskutierten die Teilhaberinnen und Teilhaber des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen über das Schwerpunktthema „Perspektive: Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Wie kann der Dialog zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft dazu geführt werden und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?“ in den Räumen der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften in Halle.

Die Projekte

Durch die Covid-19-Pandemie in der Teilnehmerzahl begrenzt, tauschten sich 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach halbjähriger Abstinenz in persönlicher Begegnung intensiv über Projekte und Ideen aus, die von den beteiligten Stiftungen und Organisationen bearbeitet und umgesetzt werden. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die „Gesprächsreihe Bürgergesellschaft 2025 – Engagementförderung in Ostdeutschland“ der Stiftung Bürger für Bürger, „Die Vermittlung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit“ der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Initiative „Dessau-Roßlau engagiert“ der Stadt Dessau-Roßlau. Bei den Präsentationen der Projekte findet ein kollegialer Austausch zu Vorhaben, Ideen und Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag statt.

Schwerpunktthema: Perspektive: gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer interaktiven Workshopumgebung zur „Perspektive: Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Wie kann der Dialog zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft dazu geführt werden und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?“ wurde in Gruppenarbeit eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation erarbeitet, berücksichtigend, was bereits gut funktioniert, aber auch, was fehlt oder mangelhaft bewertet wurde. In einem zweiten Schritt wurde ein Wunschszenario mit Zielen erarbeitet. In der Zusammenführung definierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erste Maßnahmen, Instrumente und Vorgehensweisen, die vom Ist-Zustand zu den Zielen führt.

Anknüpfend an dieses Tableau an Ergebnissen vereinbarte die Runde, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft in der nächsten Sitzung deren Perspektive auf die Ergebnisse und ihre Einschätzung der Dialogbedingungen und der Erfolgsfaktoren zwischen den Akteursgruppen zu diskutieren.

4. Sitzung am 12. September 2019 in Gera

Am 12. September 2019 diskutierten die Teilhaberinnen und Teilhaber des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum Schwerpunktthema „Herausforderungen für die Bildungsarbeit im ländlichen Raum“ in den Räumen der CJD Berufsbildungswerk Gera gGmbH.

Die Projekte

Knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich intensiv über Projekte und Ideen aus, die von den beteiligten Stiftungen und Organisationen bearbeitet und umgesetzt werden. Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen aus Sachsen-Anhalt (LAMSA) stellte sein Elternnetzwerk „NEMSA – Netzwerk der Eltern mit Migrationsgeschichte“ vor und der Bundesverband Deutscher Stiftungen gab Einblicke in das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Vorhaben „Chancenpatenschaften – Menschen stärken Menschen“, dessen Umsetzung neben anderen Organisationen durch den Verband koordiniert werden. Bei den Präsentationen der Projekte findet ein kollegialer Austausch zu Vorhaben, Ideen und Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag statt.

Schwerpunktthema: Bildungsarbeit im ländlichen Raum

Olaf Ebert, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bürger für Bürger, Halle, und langjähriger Geschäftsführer der Freiwilligenagentur Halle, blickte auf die „Herausforderungen für die Bildungsarbeit im ländlichen Raum“. Er identifiziert die stärkere Individualisierung, die zunehmenden sozialen Unterschiede, die gewachsene Vielfalt an Lebensstilen und die hohe Qualifikation und Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern bundesweit als Rahmenbedingungen für Lebenslanges Lernen. Der ländliche Raum in Ostdeutschland zeichnet sich aber zusätzlich durch starke Unterschiede in den konkreten Lebensverhältnissen vor Ort aus. Viele strukturschwache Regionen, von Abwanderung geprägt, existieren neben den weniger bekannten prosperierenden ländlichen Regionen mit hoher Lebensqualität.

Die Engagementlandschaft ist schwächer ausgebildet als im Westen Deutschlands: Weniger als 10 Prozent der bundesweit 500 Freiwilligenagenturen und 400 Bürgerstiftungen befinden sich im Osten Deutschlands. Daher gibt es zu wenige stabile, regionale Netzwerke mit hauptamtlichen Kräften, die als Anlaufstelle, Begleitung und Verstärker von Engagierten agieren können. Nach den Erfahrungen von Olaf Ebert ist eine große Engagementbereitschaft vorhanden, diese wurde aber in den vergangenen 30 Jahren nicht als Ressource erkannt und zu wenig kontinuierlich gefördert.

Ergänzend stellte Katja Reszel von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung das Praxisportal „Stark im Land“ vor, das viele praktische Hilfen und Anleitungen für Kinder- und Jugendbeteiligung in Kommunen im ländlichen Raum bereithält. Deutlich wurde: Das Wissen und das Wollen ist vorhanden, aber es muss deutlich mehr in kontinuierliche Netzwerkstrukturen investiert werden, um sowohl  Lebenslanges Lernen zu ermöglichen und als auch den gesellschaftlichen  Zusammenhalt zu stärken.

Als Thema für die nächste Sitzung wurde das Thema  „Perspektive: Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Wie kann der Dialog zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft dazu geführt werden und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?“ ausgewählt.

3. Sitzung am 21. März 2019 in Dresden

Mit dem Schwerpunktthema „Demokratieförderung“ fand am 21. März 2019 die 3. Sitzung des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen statt. Das Netzwerk war zu Gast bei der Cellex Stiftung in Dresden.

Die Projekte

Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, verschiedene Projekte der beteiligten Stiftungen und Organisationen näher kennenzulernen und sich darüber auszutauschen. Die Bürgerstiftung Meißen, die Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung, die Papilio gGmbH, die Stiftung Faszination Begabung e.V. (Möbius-Kinder- und Jugendstiftung) sowie die Stiftung Bildung boten Einblick in ihre Aktivitäten und damit zusammenhängende Fragestellungen, die in der Runde diskutiert wurden. Bei den Präsentationen der Projekte können Ideen besprochen, Fragen beantwortet und erfolgreiche Projektansätze weitergegeben werden.

Schwerpunktthema: Demokratieförderung

Der Impuls zum Thema „Demokratieförderung“, das bei der letzten Sitzung ausgewählt worden war, hielt Johannes Domnick, Referent für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Partizipation von der Stiftung Bildung. Er spannte einen großen Bogen von den  autoritären Entwicklungen in vielen Ländern Europas, der Zunahme menschenfeindlicher Äußerungen in der analogen und digitalen Öffentlichkeit, den Auswirkungen neoliberaler Politik wie Wohnungsnot in großen Städten zu globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und sozialer Ungleichheit im Weltmaßstab. Ein wichtiges Demokratiedefizit ist für ihn die Repräsentationskrise in Bezug auf ostdeutsche Erfahrungen und Kompetenzen, wie sie sich in dem verschwindend geringen Anteil von Führungskräften – zum Beispiel an Hochschulen, aber auch in Wirtschaft, Politik und Verwaltung – mit ostdeutschem Hintergrund spiegelt. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, was Stiftungen und andere zivilgesellschaftliche Bildungsakteure tun und tun können, um Demokratie mitzugestalten.

Für die nächste Sitzung wählten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer „Herausforderungen für lebenslanges Lernen im ländlichen Raum“ als Schwerpunktthema.

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Martina Battistini
Referentin
(030) 439 71 43 -11
Zuletzt bearbeitet: 11. April 2022
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