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Stiftungsnetzwerk Bildung in Bayern

Hier finden Sie Rückblicke auf die jüngsten Sitzungen des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Bayern. Zu einem Überblick über weitere aktive und in Planung befindliche Stiftungsnetzwerke Bildung auf Länderebene gelangen Sie hier.

Die letzte Sitzung fand am 21. Juni 2021 in Nürnberg statt. Lesen Sie unten den Rückblick dazu.

3. Sitzung am 21. Juni 2021

Am 21. Juni 2021 trafen sich die Teilhaberinnen und Teilhaber des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Bayern zum fachlichen Austausch in der ersten Präsenzsitzung seit 2019 zu Gast bei der Jugendherberge Nürnberg auf der Burg und wurden dort von Herrn Nesensohn, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Jugendherbergswerks, Landesverband Bayern e.V., begrüßt. Das fachliche Schwerpunktthema bei der Sitzung lautete „Gelebte Kooperation! Was tun, um Kooperation zwischen Stiftungen und anderen Bildungspartnern vor Ort nachhaltig zu gestalten?“

Die Projekte

Über 30 Stiftungen und andere zivilgesellschaftliche Organisationen hatten sich zur Sitzung in Nürnberg angemeldet, um nach fast zwei Jahren wieder vom persönlichen Erfahrungsaustausch profitieren zu können. Dabei wurden vier Projekte vertieft betrachtet und diskutiert: Initiative Bildungswandel – Professionelle Transformationsbegleitung an bayerischen Schulen; Deutsch-To-Go – Kurze deutsche Hörtexte; Akademie Frankenwarte/Gesellschaft für Politische Bildung – Was heißt Demokratie für mich?; WERTvoll macht Schule gUG – WERTvoll macht Schule.

Bei den Präsentationen der Projekte findet ein kollegialer Austausch zu Vorhaben, Ideen und Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag statt.

Schwerpunktthema: Gelebte Kooperation! Was tun, um Kooperation zwischen Stiftungen und anderen Bildungspartnern vor Ort nachhaltig zu gestalten?

In einem moderierten Gespräch beschrieben Angela Novotny, Vorstandsvorsitzende, und Rainer Rupprecht, Programmleiter für die Projekte Lernwerkstatt und Bildungspartner, für die HERMANN GUTMANN STIFTUNG, Helmut Klemm, Schulleiter, Mittelschule Erlangen-Eichendorffschule, Greta Weisenseel, Bildung und Familie, Zukunftsinitiative altmühlfranken des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen, Dr. Petra Hiebl, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik, und Wolfram Kriegelstein, Leitender Regierungsschuldirektor (Sachgebietsleiter 40.1), Regierung von Mittelfranken ihre langjährige Zusammenarbeit.

Geprägt von Vertrauen, gemeinsamer Zielsetzung und dem Willen, Schule zukunftsorientiert weiterzuentwickeln, ist ein solides Bündnis einer Entwicklungspartnerschaft geschlossen worden. Die wissenschaftliche Begleitung wertet die Arbeitsergebnisse entlang der Zielsetzungen aus und bietet mit dem Bericht Material, um die Wirkung des Vorgehens zu dokumentieren und über den eigentlichen Untersuchungsgegenstand hinaus nutzbar zu machen.

Eine zentrale Frage in der Runde bezog sich auf den finanziellen Beitrag der Stiftung und dessen Bedeutung. Frau Novotny und alle aus dem Bündnis machten deutlich, dass Geld zwar eine wichtige Rolle spielt, aber es bei allen Maßnahmen immer um eine Form von Erprobung neuer Ideen und Fortschrittsansätzen geht. Die finanziellen Mittel sind ein Teil des Erfolgsrezepts, um etwas ohne Sachzwang ausprobieren zu können, aber sie sind nicht die Grundlage für den Erfolg des Zusammenwirkens. Grundlegend bei allem hingegen ist die gemeinsame Zielorientiertheit der unterschiedlichen Partnerorganisationen im Entwicklungsbündnis, die langjährige erprobte Zusammenarbeit und der Wille, eine nachhaltige Veränderung in der Schulentwicklung auch durch eine gelebte Kooperation zu erlangen, unter anderem mit der Regierung von Mittelfranken, Sachgebiet 40.1 als „Ermöglichungsbehörde“.

Für die nächste Sitzung wählten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Workshop rund um das Thema „Haltung im System, Haltung in der eigenen Organisation – Wie lässt sich Veränderung bewirken?“.

2. Sitzung am 12. November 2019

Zum Schwerpunktthema „Gelingensbedingungen für Kooperationen von Stiftungen mit anderen Akteuren im Bildungsbereich“ fand am 12. November 2019 die 2. Sitzung des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Bayern statt. Das Netzwerk war zu Gast bei Chancenwerk e.V., Stiftung Fairchance, JOBLINGE-Stiftung und Eleven gGmbH auf der Praterinsel in München.

Die Projekte

Die über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen, um sich über ihre fachbezogenen Aktivitäten und ihre Organisationen auszutauschen und sich näher kennenzulernen. Die Barbos Stiftung, die gepedu GmbH, Handicap International e.V., die Joachim & Susanne Schulz Stiftung, das Landratsamt Rosenheim, die Stiftung FREUNDE und Förderverein der Stiftung FREUNDE, die Transferagentur Bayern für Kommunales Bildungsmanagement und die VRD Stiftung für Erneuerbare Energien stellten kurz ihre Projekte vor. Die NaturTalent Stiftung gGmbH, die Papilio gGmbH und Digital2School hatten die Chance, vertieft ihre Arbeit und damit verbundene Herausforderungen vorzustellen und mit den anwesenden Netzwerkteilhaberinnen und -teilhabern zu diskutieren.

Schwerpunktthema: „Gelingensbedingungen für Kooperationen von Stiftungen mit anderen Akteuren im Bildungsbereich“

Wilfried Lohre, Partner im Netzwerk Kommunale Bildung und langjähriger Begleiter des Netzwerkes Stiftungen und Bildung, setzte einen Impuls zu „Gelingensbedingungen für Kooperationen von Stiftungen mit anderen Akteuren im Bildungsbereich“. Er umriss die Debatte und die Entwicklungen von Kooperationsansätzen im Bildungsbereich in den letzten 20 Jahre aus seiner Sicht und konstatierte: „Viele sprechen von Kooperation – aber wissen sie auch wovon sie reden?“ Kooperation ist ein langwieriges und mühsames Geschäft, es gibt keine kurzzeitigen Erfolge, aber sie ist alternativlos, so lautete sein Fazit. Kooperation ist der Schlüssel zu Wirkung und Nachhaltigkeit von Projekten, Vorhaben und Prozessen im Bildungsbereich, in dem die verschiedenen politischen Ebenen (Bund, Land, Kommune) und sehr diverse Akteure (zuständige Verwaltungen, zivilgesellschaftliche Akteure, Stiftungen) sich miteinander abstimmen und ihre Aktivitäten aufeinander beziehen sollten.

In den letzten 10 Jahren sieht er deutliche Fortschritte. Immer mehr Akteuren wird deutlich, dass Kooperation organisiert werden muss  und Geld und Ressourcen kostet. Um Kommunen unter anderem bei der Entwicklung von nachhaltigen Kooperationsstrukturen (intern wie extern) zu beraten und zu begleiten, wurden aufbauend auf dem Bundesprogramm Lernen vor Ort, das gemeinsam mit Stiftungen durchgeführt worden ist, die Transferagenturen für Kommunales Bildungsmanagement vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingerichtet. Positive Effekte auf der kommunalen Ebene lassen hoffen, dass systematische Kooperations- und Kommunikationsstrukturen für die lokale Bildungsentwicklung unter Beteiligung der Zivilgesellschaft wachsen. Auch Stiftungen und andere zivilgesellschaftlich Aktive widmen sich immer häufiger dem Aufbau und der Etablierung belastbarer Kooperationsbeziehungen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass Erkenntnis und Handeln jedoch noch nicht immer bei allen Akteuren Hand in Hand gehen, aber Wilfried Lohre ermutigte die Teilnehmenden, Kooperation zu wagen und die politisch Zuständigen und Verantwortlichen immer wieder in die Pflicht zu nehmen, echte Kooperationen einzugehen und umzusetzen, um gemeinsam für nachhaltige Bildungsaktivitäten zu sorgen.

Das Thema ist nicht zu Ende diskutiert. Für die nächste Sitzung wählten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer „Gelebte Kooperation! Was tun, um Kooperation zwischen Stiftungen und anderen Bildungspartnern vor Ort nachhaltig zu gestalten?“ mit einem Blick auf die praktische Umsetzung als Schwerpunktthema.

1. Sitzung am 23. Mai 2019

Zum Schwerpunktthema „Die Rolle von Stiftungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“  fand am 23. Mai 2019 die 1. Reguläre Sitzung des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Bayern statt. Das Netzwerk war zu Gast im Seminarzentrum der  Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH in Schweinfurt.

Die Projekte

Die knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen, um sich über ihre fachbezogenen Aktivitäten und ihre Organisationen auszutauschen und vor allem auch, um sich näher kennenzulernen.

Der Verein Chancenwerk e.V., die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gGmbH, die JOBLINGE Stiftung, die NaturTalent Stiftung gGmbH, Papilio gGmbH und die Stiftung Fairchance nutzten die Gelegenheit, ihre Projekte vorzustellen und in einen intensiven kollegialen Fachaustausch mit den anderen Netties einzutreten.

Schwerpunktthema: „Die Rolle der Bildungsstiftungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ 

Sabine Süß, Leiterin der Koordinierungsstelle des Netzwerkes Stiftungen und Bildung hielt den fachlichen Impulsvortrag zum Thema „Die Rolle der Bildungsstiftungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, auf das sich die Teilnehmenden beim letzten Treffen geeinigt hatten. Nach der Klärung und Einordnung des Begriffs Bildung stellte sie ausführlicher dar, welche besondere Rolle Stiftungen und zivilgesellschaftliche Akteure einnehmen können, dadurch, dass sie nicht in Marktkonkurrenz treten müssen, Gewinne nur erwirtschaften, um diese dem Gemeinwohl durch ihre Arbeit wieder zuzuführen, und keine politischen Vorgaben erfüllen müssen. Diese „große Freiheit“ sollten sie klug nutzen, denn „gesellschaftlicher Zusammenhalt ist nicht die Addition von Projekten“. Dieser erfordert unter anderem vielmehr langfristig angelegte Bildungs- und Teilhabeangebote.

Zivilgesellschaftliche Bildungsakteure können und sollten ihren Beitrag dazu leisten, indem sie zum Beispiel den lokalen Handlungsbedarf feststellen (am besten durch das kommunale Bildungsmonitoring der Kommune), den Austausch untereinander und die Kooperation miteinander kultivieren und darauf aufbauend passgenaue weitere Angebote des lebenslangen Lernens auf der lokalen Ebene bereitstellen.

In der anschließenden Diskussion wurde betont, dass insbesondere non-formale Bildungsangebote Menschen befähigen können, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen, an gesellschaftlichen Entwicklungen teilzuhaben und Engagement anstoßen. In Mentoring-Projekten zum Beispiel begegnen sich oftmals Menschen, deren Wege sich sonst nie gekreuzt hätten. Diese Verbindungen zwischen Generationen oder verschiedenen Ebenen oder Gruppen der Gesellschaft sind eine wichtige Basis für gutes Zusammenleben. Menschen erleben, dass sie anderen etwas geben können. In Summe fördern diese Befähigungen und Aktivierungen von Menschen gesellschaftlichen Zusammenhalt durch das Erleben von Selbstwirksamkeit.

Für die nächste Sitzung wählten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer „Gelingensbedingungen für Kooperationen von Stiftungen und anderen Akteuren“ (Arbeitstitel) als Schwerpunktthema.

Konstituierende Sitzung am 21. November 2018

Zur Gründung des mittlerweile sechsten Stiftungsnetzwerkes Bildung auf Länderebene fanden sich am 21. November 2018 rund 60 Teilnehmende aus Stiftungen sowie weitere zivilgesellschaftliche Akteure aus ganz Bayern zusammen, um ihre künftige enge Zusammenarbeit zu besiegeln. Das Netzwerk war zu Gast bei der BayWa Stiftung in München.

Rahmen und Mitwirkende

Im ersten Teil der Sitzung stellte Sabine Süß, Leiterin der Koordinierungsstelle des Netzwerks Stiftungen und Bildung, den Rahmen und die Ziele von Stiftungsnetzwerken Bildung auf Länderebene vor. Durch diese Netzwerke werden Grundstrukturen für einen systematischen Erfahrungs- und Wissensaustausch geschaffen, die Transparenz im Stiftungssektor erhöht und durch den regelmäßigen Austausch Synergien für die Teilnehmenden ermöglicht. In einer Vorstellungsrunde wurde das breite Spektrum von vertretenen Stiftungen, Bildungsinitiativen und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren und Akteurinnen deutlich, die dann feierlich die Gründung des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Bayern beschlossen.

Verfahren und Themenfindung

Im zweiten Teil verständigten sich die Anwesenden über die Organisation und auf das künftige Prozedere der Sitzungen, die zweimal im Jahr bei wechselnden gastgebenden Netzwerkteilhabern stattfinden werden. Als Thema für die nächste Sitzung des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Bayern wurde aus einer gemeinsamen Themensammlung „Die Rolle der Bildungsstiftungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ ausgewählt.

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Martina Battistini
Referentin
(030) 439 71 43 -11
Zuletzt bearbeitet: 29. Juni 2021
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